Pferdekommunikations-Blog

MAGIE oder die KRAFT DER GEDANKEN

Montag, 20. Februar 2017 - in Achtsamkeit

Gerade erst bin ich nach Hause gekommen und muss erst einmal los werden was mir heute mit meinem Ausbildungspferd MONSUN passiert ist. Ich bin immer noch total geschockt und geflasht. Meine Kinnlade liegt immer noch am Boden und es fällt mir schwer sie wieder hoch zu heben.

Aber nun noch einmal ganz langsam und von vorne.

Ursprünglich wollte ich heute ...

 

 



...wieder mit ihm in die Halle, oder auf den Roundpen gehen und mit ihm weiter trainieren. Wir sind gerade am Thema aufsatteln und festgurten, das ganze wenn möglichst während MONSUN wie eine Eins steht, und den Spaß akzeptiert (macht er nämlich noch nicht, gurten ist immer noch blöd oder zumindest nicht sooo schön … egal, anderes Thema). Nun bin ich im Stall angekommen und er sah aus wie ein riesen großes paniertes Schweinchen, wer kennt es nicht, gerade im Moment lieben es die Pferde sich extra hübsch fürs Frauchen zu machen. „Gut dann dauert die Putzsession eben heute etwas länger“ dachte ich. Fehlgeschlagen! Sie dauert mehr als nur etwas länger, denn MONSUN ist vielleicht 1,80cm groß (nur geschätzt, vielleicht ist er auch größer, auf jeden Fall für mich die Ponys gewohnt ist, EIN RIESE mit extra viel m² an Putzfläche). Nachdem mir zu Beginn der Dreck förmlich übers Haar, Gesicht und Nase rieselte, deckte ich mich erst einmal ein, mit einem Nasentuch und Kapuze. Trotzdem hörte die Staubdreckdusche nicht auf, und mein Arm fiel fast ab, weil es ist durchaus ziemlich anstrengend daaaaa oooben zu schrubben. Also musste eine Lösung her, denn Monsun hat ja Fläche und ich wollte Mitternacht dann doch lieber zu Hause sein. Ich nahm den Aufstiegshocker und dachte mir, von oben putzen ist doch einfacher. Ja, ihr denkt jetzt vielleicht, schlaues Mädchen. Problem an der Sache, MONSUN kennt das noch nicht. Er schaute mich an und trat erst mal zehn Meter zurück, schnaubte und meinte so etwas wie „Wie kannst Du nur von oben, und überhaupt.“ Mir war schon klar das er erst mal weichen wird und ich ihm das erklären muss, keine Frage. Aber er reagiert halt manchmal doch recht sensibel, Trakehner eben. Nun stand ich da auf meinem Hocker und hatte die Wahl zwischen Hocker hinterherschleppen wieder hoch und wieder runter und wieder schleppen, gepaart mit Annäherung und Rückzug (wer Horsemanship kennt weiß was ich meine, funktioniert in der Regel auch sehr gut, wer nicht, gerne noch mal nachfragen). Oder andere Variante die Arbeit mit den INNEREN BILDERN (kennen vielleicht auch einige, aber habt ihr es schon mal wirklich wirklich angewandt?). Ich habe schon ein paar mal gemerkt das MONSUN sehr gut darauf reagiert, allerdings habe ich das bisher nur bei Dingen gemacht, die er schon kennt und um es zu verstärken / zu verfeinern dann zusätzlich mit den inneren Bildern geholfen. Heute war es eine Situation, die wir vorher nicht hatten.

Klicken Sie hier, um Elemente (z.B. Bilder und Texte) hinzuzufügen.

ZIELBILD: Monsun soll brav stehen und den Hintern zu mir drehen und von mir wegdrehen wenn ich das möchte. Er soll entspannt am Anbinder stehen und die Putzsession wenn möglich auch genießen, ohne Zappeln, ohne mit der Nase ständig an einem rumzufummeln ohne anderweitige Ideen zu haben, die eher nicht vorteilhaft beim Putzen sind.

 

Nun stand ich auf meinem Hocker, Monsun zehn Meter weit weg (fühlt sich immer so an, da er so lang und groß ist), mein Horsemanship Stöckchen war auch nicht in der Nähe, den ich sonst gerne als verlängerten Arm benutze. Ich hatte nur mich, meine Bürste und meine Gedanken.

Ich stellte mir nun vor, wie es aussieht wenn er mit dem Hintern zu mir weicht, half mit einem kleinen Zungenschnalz, und nach gefühlten zwei Sekunden kam sein Hinterteil einen halben Zentimeter in meine Richtung, ganz vorsichtig. Ich dachte nur, „WOW“, krass, toll, irre, sofort hat er die richtige Richtung rausbekommen.

Ich hab ihn gelobt und mich gefreut, dann gleich noch mal, sind ja ein paar Meter. Wieder hat es geklappt... das kann doch kein Zufall sein! Ich stellte mir also wieder vor wie er zu mir weicht, damit ich ihn von oben putzen kann. Schon sehr bald stand er da, wie eine „Eins“, Kopf gesenkt, ausschnaubent, kauend, gähnend und sichtlich zufrieden. Ich glaube bei Monsun und mir ist heute etwas ganz besonderes passiert. So habe ich den „kleinen“ Energiegeladenen noch nicht erlebt, obwohl ich eigentlich nichts gemacht habe.

 

DIE KRAFT DER GEDANKEN – so wahnsinnig schön!

 

Ich werde das natürlich weiter mit ihm üben und ausprobieren. Denn wir haben noch einen langen Weg vor uns, er möchte schließlich von mir gestartet (eingeritten) werden. MONSUN ist wirklich ein sehr sehr spannendes Pferd und die Frage ist hier noch, wer bringt wem was bei.

 

In diesem Sinne, ich wünsche Euch noch einen schönen Abend, eine tolle Woche und danke all denen, die bis hierher durchgehalten haben.

Eure Saskia

Kommentieren