Pferdekommunikations-Blog

Probleme entstehen aus Unachtsamkeit

Mittwoch, 22. November 2017 - in Achtsamkeit

Wenn wir bei unseren Pferden sind und nicht 100% Anwesenheit zeigen , Mental nicht da sind und dauerhaft mit einem großen Teil unserer Gedanken woanders sind. Ja, dann verpassen wir wahrscheinlich wichtige Details! Gestiken, Mimiken oder kleine Fältchen an der Oberlippe unseres Pferdes, die darauf hindeuten das etwas gerade nicht in Ordnung ist oder verarbeitet werden muss.

 

Wenn das oft passiert … dann entstehen Missverständnisse. Die Pferde können uns nicht verstehen!



Stell Dir vor Du zeichnest ein Bild, nehmen wir ein Portrait eines Freundes. Während Du es zeichnest, denkst Du an viele andere Dinge (Autoputzen, Streit mit der Freundin, eine Szene aus dem letzten Film den man geschaut hat). Diese anderen Dinge werden auch auf das Blatt Papier gezeichnet, etwas durchsichtiger, schwammiger.
Nun gehst Du zu Deinem Freund und zeigst ihm stolz Dein Bild. Kann er sich darauf erkennen? Was meinst Du? Vielleicht ein bisschen. Vielleicht erkennt er aber auch etwas anderes. Auf jeden Fall ist es so, das er sich sehr viel Mühe geben muss um es genau zu sehen und die Chance das es etwas anderes ist, was er sieht ist sehr groß!

 

Unsere Pferde sind wahre Gedankenleser!

 

Je genauer wir uns auf etwas konzentrieren, um so besser kann es unser Pferd auch lesen! Genau wie bei dem Portrait. Und wir können auch unsere Pferde besser lesen, weil wir nicht an so viele andere Dinge denken.

Klingt das nicht eigentlich total logisch? Einfach ist es nicht, dann würde ich lügen. Aber Pferde geben uns immer wieder die Chance besser, klarer und logischer zu werden.

Wie kann man das üben, fragst Du Dich vielleicht. Das ist wirklich ganz einfach, bedarf aber viele Wiederholungen!

 

Handy weg legen, besser noch auf lautlos stellen oder aus machen!

 

Bevor Du zu Deinem Pferd gehst, suche Dir einen Ort (zum Beispiel die Hofeinfahrt, oder ein Parkplatz 100m vor dem Stall) bei dem Du kurz stehen bleibst und drei mal tief durchatmest. Mit jedem Atemzug stellst Du Dir vor Deinen aktuellen Ärger oder Dinge die noch erledigen musst auszuatmen. Schüttel es in Gedanken ab, atme noch einmal tief durch und gehe erst dann durch das Tor! Es wirkt wahre Wunder wenn man das tatsächlich regelmäßig macht.

 

Versuche Deinen Stallkollegen nur „Hallo“ zu sagen und gehe zu Deinem Pferd um nur mit ihm/ihr zu SEIN. Ohne mehr zu wollen.

 

Beim nächsten Stallbesuch gehst Du zu Deinem Pferd und nimmst es mit zum Putzplatz. Putze dieses mal wenn Du kannst, mit geschlossenen Augen ganz langsam und bewusst. Spürst Du die Atmung Deines Pferdes? Wie fühlt sich das Fell an? Wo sind besonders flauschige oder extra warme Stellen? Nimm Dir Zeit Dein Pferd zu fühlen!

 

Nun gehst Du mit deinem Pferd zum Beispiel spazieren oder konzentrierst Dich auf dem Platz auf ganz einfache Übungen. Dies Übungen machst Du ganz langsam und bewusst. Schau Dein Pferd dabei an, wie atmet es, zieht es die Nüstern hoch, schau auf das Ohrenspiel, die Augen usw. Beobachte Dein Pferd genau währen Du diese einfachen Übungen machst.

Ich wünsche Dir viel Spaß beim ausprobieren und ich freue mich sehr über ein Feedback von Euch. Eure Erlebnisse und Meinungen über dieses Thema.

 

Eure Saskia

 

BILDER

Titelbild: Hier seht ihr Trakehner Wallach "Monsun", ein ehemaliges Ausbildungspferd von mir welches zum Jungpferdestart da war. Er war ein wahrer Meister im Bilder lesen :). Im Blog hatte ich auch einen Artikel über eine ganz besondere Einheit mit ihm geschrieben.

 

2.Bild: Trakehner Stute "Alte Welt" ist auch eine Meisterin im Bilder lesen und sie kann es nicht leiden, wenn man nicht anwesend ist. Sie zeigt dies schon damit, indem sie sich dann nicht gerne "einfangen" lässt. Ihr Besitzer musste lernen sie mit viel Zeit und ganz bewusst von der Weide zu holen.

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