Pferdekommunikations-Blog

Wie versteht uns unser Pferd besser?

Dienstag, 8. August 2017 - in Pferdetraining

Fokussiert, achtsam, flexibel und berechenbar. Dabei aber trotzdem mit einer entspannten Ausstrahlung und aktiven Körperhaltung zugleich.

Mit dieser Art könnten wir im Umgang mit den Pferden klarer werden, oder zumindest uns verständlicher ausdrücken. Denn was Pferde nicht verstehen ist, wenn wir emotional werden, wir nicht mental anwesend sind oder ...



...zerstreut ohne Fokus etwas verlangen.

Bei einem Workshop am letzten Samstag ging es genau darum. Ziel der Teilnehmer war es, das die Pferde zum Beispiel mit der Hinterhand weichen ohne dabei wegzuziehen oder mit der Vorderhand weichen ohne zu drängeln und zu beißen. Das ganze mit so wenig Druck wie möglich, also mit Leichtigkeit und vielleicht sogar einem Lächeln. Man muss dazu sagen, das eine Pony drängelt extrem mit der Schulter und schiebt seinen Menschen recht gut durch die Gegend. Dabei ist es rotzfrech und zwickt ganz gerne mal. Das andere Pony ist von der Sorte; versteh ich nicht und bin dann mal weg. Beides ist nicht schön und entweder man geht diese Dinge an oder man lebt damit. Ganz nach dem Motto "Eigentlich klappt alles gut, nur Führen/Anbinden oder z.b. Longieren nicht."

 

Also was hilft nun, um in eine bessere, verständlichere und klarere Kommunikation mit dem Pferd zu gehen?

 

  1. Zuerst frage Dich was Du möchtest, also z.b. weichen der Hinterhand.
  2. Wo könnte Dein Körper stehen, um Deinem Pferd zum einen daran zu hindern vorwärts zu denken und zum anderen dabei zu helfen, das es die Hinterhand wegdrehen soll.
  3. Wie könnte Dein Körper ausgerichtet sein, wenn wir uns vorstellen, das Du Dein Pferd mit der Verlängerung aus Deiner Körpermitte bewegen kannst.
  4. Frage Dich, möchtest Du Dein Pferd aus der Entfernung mit rhythmischen Druck oder aus der Nähe mit stetigem Druck (Berührungspunkte) bewegen. Entscheide Dich für eine Variante und bleibe in diesem Moment dabei.
  5. Beginne immer mit dem kleinst möglichen Druck und einem bewussten Energie aufnehmen um langfristig mehr Leichtigkeit zu erlangen.
  6. Lasse zwischen jeder Phase genügend Zeit. (drei Sekunden)
  7. Sobald Dein Pferd nur den kleinsten Gedanken in die richtige Richtung hatte, gehe auf Rückzug und gib eine mini Pause. Denn denke immer daran: "In dem Moment wo Du aufhörst etwas zu wollen, in genau dem Moment lernt Dein Pferd! IMMER!"
  8. Danach beginne wieder in der ersten Phase... usw. .... nach kurzer Zeit wirst Du schon nach zwei, drei, vier,... Schritten fragen können.

 

TIP: Zeichne die Übung vorher in den Reitplatzsand oder auf ein Blatt Papier.

 

Durch diese Fragen, denkst Du zuerst darüber nach was Du möchtest und dann wie Du es umsetzen würdest. Alleine das, bringt Ruhe und Struktur in die Übung hinein. Das gefällt den meisten Pferden und sie beginnen zuzuhören.

Bei dem Workshop letzten Samstag sind wir die Übungen vorher im Kopf durchgegangen und dann sogar in der Simulation ohne Pferd. Als die Schüler dann am Pferd standen, funktionierte es auf Anhieb! Das was lange nicht funktionierte, klappte plötzlich. MAGIE? Ja vielleicht.
Und alles andere ist logisch durchdacht, aus der Mitte ausgerichtet und mit Ruhe erfragt.

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